Wie gut ist meine Website aufgestellt?
Websites sollen schnell laden, best practices erfüllen, barrierefrei und SEO-optimiert sein. Wie geht das?
Inhaltsverzeichnis
Habe ich eine gute Website?
Wir betrachten hier nur mal die technischen Aspekte einer Website. Denn ob Deine Website inhaltlich gut aufgestellt ist, klar und strukturiert, benötigt einen tieferen Blick.
Ob Deine Website technisch gut aufgestellt ist, kannst Du mit mehreren Tools testen.
Ein kostenloses Tool ist PageSpeed Insights.
Gib dort einfach die Adresse (URL) Deiner Website ein und warte ein paar Augenblicke auf die Analyse.
Eine auf den ersten Blick technisch einwandfreie und schnell ladende Website sieht so aus:
Dir werden folgende Daten ausgewerten:
Leistung
Wie schnell wird Deine Website geladen?
Deine Besucher möchten sofort wissen, ob sie bei Dir richtig sind oder ihre Zeit vergeuden. Wenn die Website erst lange laden muss, dann sind die ersten Besucher schon wieder weg.
Der Speed Index gibt Dir den ersten Anhaltspunkt.
Unter den technischen Daten von PageSpeed findest Du auch den "Cumulative Layout Shift". Das ist böse: Stell Dir vor, Du schaust Dir ein Produkt an und hast zwei Optionen zur Auswahl – "nächstes Produkt ansehen" oder "dieses Produkt kaufen". Du weißt bereits, dass Du dieses Produkt nicht erwerben willst, so bewegt sich Dein Mauszeiger oder Dein Finger auf dem Touchscreen auf "nächstes Produkt ansehen" zu. Doch genau in dem Moment, in dem Du klicken willst, schiebt sich noch ein Video ins Bild, welches bis jetzt gebraucht hat, um geladen zu werden. Dadurch verschieben sich die Links. Unter Deinem Finger oder Mauszeiger befindet sich plötzlich "dieses Produkt kaufen". Schon ist das Unglück passiert.
Das ist die Layout-Verschiebung des Inhalts, oder auf Englisch der "Content Layout Shift". Die Auswirkungen sind nicht immer schlimm, aber immer ärgerlich. Deswegen ist es von Bedeutung, wie schnell Deine Website ihre entgültige Gestalt einnimmt.
Barrierefreiheit
Manche Menschen sind auf Screenreader angewiesen, welche ihnen den Inhalt der Website vorlesen. Andere Menschen sind blind und lesen mit Hilfe einer Braille-Tastatur, was auf dem Bildschirm steht. Der Nächste hat einen kleinen Bildschirm oder zitterige Finger; ihm hilft es, wenn die Links eine gewisse Mindestgröße haben.
Das sind die offensichtlichsten Barrieren. Screenreader und andere Geräte profitieren davon, dass sie wissen, wo genau der Inhalt Deiner Website anfängt, damit sie auch erst dort das Vorlesen beginnen. Geräte und Menschen benötigen Kontext: was bewirkt der Knopf mit dem Mond-Symbol?
Viele hilfreiche Funktionen sind nicht offensichtlich, aber wichtig. Barrierefreiheit geht jeden etwas an.
Best Practices
Verwendet Deine Website modernen Code oder ist sie noch in einer alten Sprache geschrieben worden, für die bereits zahlreiche Sicherheitslücken bekannt geworden sind? Werden Cookies von Drittanbietern gesetzt? Weiß das Gerät des Besuchers, in welcher Größe die Bilder angezeigt werden sollen? Sind die Bilder zu groß oder zu klein? Wenn Du eine Seite mit deutschen Umlauten hast, werden diese auch korrekt beim Besucher angezeigt? Werden die gängigen Sicherheits-Standards eingehalten?
Manche best practices sind nur ein Ärgernis, wenn sie nicht eingehalten werden – andere bringen den Besucher in Gefahr.
SEO
Suchmaschinenoptimierung ist schon deswegen wichtig, weil Du nicht einfach "in die Leere" schreiben willst. Du möchtest, dass Deine Website gesehen wird. Beim Mögen sind wir hier noch gar nicht.
Taucht Deine Website überhaupt in den Suchmaschinen auf, so dass sie gefunden werden kann? Hat die Seite interne Beschreibungen zum Inhalt? Haben Links eine verständliche Beschreibung, wohin sie führen? Gibt es eine Datei auf Deiner Website, die den Suchmaschinen sagt, wie Deine Website aufgebaut ist? Das Bild kann nicht angezeigt werden – gibt es einen Hinweistext als Ersatz, was an dieser Stelle zu sehen wäre?
Das und mehr entscheidet darüber, ob eine Suchmaschine ihren Ruf für Dich riskiert, Deine Website bei der Suche eines potenziellen Benutzers weiter oben anzuzeigen oder sie lieber auf Seite 30 versteckt. Dann war die ganze Arbeit für die Katz!
ein tieferer Einblick
Sind die Grundfunktionen Deiner Website erstmal in Ordnung, lohnt sich ein tieferer Einblick in die Struktur.
Hier hilft das Analyse-Tool ahrefs weiter.
Für Basis-Analysen kannst Du Dir dort einen kostenfreien Account erstellen.
Denn obwohl Deine Website die technischen Grundvoraussetzungen mit Bravour erfüllen kann, mag es noch zahlreiche Probleme geben, die von PageSpeed nicht gelistet werden.
Eine wirklich kleine Auswahl beinhaltet:
- Länge der Titel (oder fehlt)
- Länge der Meta-Beschreibungen (oder fehlt)
- zu kurze Texte
- kaputte Links
- unnötige Weiterleitungen
- "verwaiste" Seiten (führt kein Link hin)
- Seiten nicht in Sitemap gelistet
- Seiten, die Serverfehler zurückgeben
Eine "gesunde" Website erhält eine eindeutige Bewertung:
Es lohnt sich unbedingt, diese Überprüfungen vorzunehmen. Deine Website kann oberflächlich vollkommen einwandfrei wirken, doch interne Probleme lassen die Seite für Suchmaschinen schlecht aussehen. Dies sorgt wieder dafür, dass Deine Website von diesen schlecht bewertet wird.
Inhalt und Struktur
Ob Deine Texte überzeugen und begeistern, strukturiert von einem Problem zu einer Lösung führen, die richtigen Suchbegriffe verwenden, das wird auf der technischen Ebene nicht analysiert.
Ob Deine Website selbst gut strukturiert ist, den Besucher in logischer Reihenfolge von einem Punkt zum nächsten führt ("user interface" = UI) und damit eine angenehme Benutzererfahrung ("user experience" = UX) liefert, wird hier nicht analysiert.
Hier braucht es idealerweise einen Menschen, der die Texte in Bezug auf Deine Themen untersucht, Expertenwissen zu UI/UX besitzt und Deine Branche kennt oder Erfahrung darin besitzt, Zielgruppen zu recherchieren.
So entstehen Texte, welche die richtigen Menschen abholt. In einer Struktur, welche diese Menschen nicht abschreckt, sondern anzieht. Texte, die auch von Suchmaschinen analysiert und in den Suchergebnissen präsentiert werden.
Womit baue ich meine Website auf?
Welche Tools Du für den Aufbau Deiner Website nutzen solltest, hängt von Deinen Skills und Bedürfnissen ab.
Wenn Du bereit bist, Dich in eine der Möglichkeiten einzuarbeiten, stehen Dir die entsprechenden Welten offen.
Wenn nicht, schau direkt ins Fazit für eine gute Website.
Website-Baukasten
Die einzige Möglichkeit, von der ich abrate. Schnell zusammengezimmert, aber unflexibel. Nicht immer für große und kleine Bildschirme gleichermaßen geeignet, bietet vielleicht nicht die Funktionen, die Du in wenigen Wochen oder Monaten nachrüsten willst. Oft nicht ausreichend für SEO optimierbar. Dann musst Du noch einmal komplett von vorn beginnen.
Der Allrounder: Wordpress
Die meisten Menschen verlassen sich heutzutage darauf, dass sie mit dem Allrounder Wordpress nichts verkehrt machen. Eine Website ist schnell und einfach aufgebaut, eine Vielzahl von Themes ermöglichen unterschiedlichste Designs praktisch auf Knopfdruck. Der große Vorteil ist, dass Du selbst Seiten und Blogbeiträge relativ schnell und einfach erstellen kannst und nicht auf Hilfe von außen angewiesen bist.
Jedoch solltest Du auch hier wissen, was Du an Plugins brauchst, damit Deine Website möglichst schnell lädt und sicher ist – für Dich und für den Besucher. Was für ein Theme geeignet ist, welche weiteren Stellschrauben es noch unbedingt zu beachten gibt. Und da Wordpress bereits mit einer Vielzahl an Funktionen installiert wird, ist es von Anfang an schwierig, die Geschwindigkeit der Website hoch zu halten.
diverse Frameworks
Benötigst Du nicht nur eine Website mit Blog, sondern augefuchste Möglichkeiten für Kunden, sich anzumelden, Inhalte selbst hochzuladen und Funktionen zu nutzen, die auch von Wordpress und den gängigsten Plugins nicht abgedeckt werden, dann kann ein Framework wie React oder Laravel Sinn machen.
(Das sind nur zwei gängige unter einer Vielzahl von Frameworks.)
Hier können fehlende Funktionen aller Art eingebaut werden – natürlich sind hierfür Programmierkenntnisse notwendig. Dafür lässt sich auch hier an jeder Variable schrauben, so dass eine hohe Geschwindigkeit auch bei komplexen Websites möglich ist. In diesem Fall braucht es Kenntnisse in Javascript und PHP.
statische Website
Wenn Du vor allem eine schnelle, flexible und sichere Website brauchst, die weder Login-Bereiche noch Shop-Anbindung benötigt, dann ist eine statische Website vielleicht genau richtig für Dich. Hierfür sind Kenntnisse in HTML und CSS hilfreich.
Diese Website ist eine solche statische Website. Sie wurde mit dem Texteditor geschrieben. Mit Hilfe von Vorlagen für Design und Struktur sind Seiten und Blogartikel schneller geschrieben als mit jedem anderen System. Diese Vorgehensweise ist daher auch am günstigsten.
Ein weiterer Vorteil: mit Hilfe eines kleinen Software-Servers lässt sich die Website auf dem eigenen Computer betrachten und testen, bevor die Seite ins Internet hochgeladen wird. Wenn alles vorteilhaft eingerichtet ist, geschieht dies mit einem einzigen Befehl.
Gute Texteditoren gibt es für mich genau zwei: vim und Emacs.
Fazit für eine gute Website
Falls Du schon eine Website hast oder selbst eine erstellen willst, hast Du hier zwei unverzichtbare Tools an die Hand bekommen, um die technische Ebene zu überprüfen. Mit jedem augemerzten Fehler wird Deine Website von Mensch und Maschine als professioneller wahrgenommen.
Falls Dir das Erstellen einer Website zu kompliziert ist, Du also einen Webdesigner oder auch einen Texter brauchst, dann schreib mir einfach.
Wir schauen gemeinsam, was für eine Art von Website Du überhaupt benötigst und was die sinnvollste und günstigste Vorgehensweise ist, um Deinen professionellen Online-Auftritt umzusetzen.
Jede Variante der Website-Erstellung hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Es gibt nicht die eine, beste Art und Weise. Die zwei wichtigsten Fragen sind: Was braucht Deine Website langfristig? Und welche Tools sind am besten dafür geeignet?